Kaelble Straßenwalze Typ 8 WG
Riesiges, faszinierendes Ungetüm
Ein Blick in die Techniksammlung (VII - Die tonnenschwere Kaelble-Straßenwalze) - Otto W. Bareiss
Als die Firma Kaelble 1924 die erste Straßenwalze mit einem Dieselmotor als Antrieb vorstellte, kam dies einer Revolution im Bereich der Straßenbaumaschinen-Industrie gleich. Bis dahin gab es ausschließlich „Dampfwalzen“, also mit Dampfmaschinen angetriebene Walzen. Bis zum Bau der „Oldtimer-Walze“ 1941 sind schon einige hundert Walzen dieser neuen Ausführung im damaligen Kaelble-Werk in der Wilhelmstraße gebaut worden.
Die Kunden im In- und Ausland waren von der hervorragenden Qualität der Kaelble-Walzen überzeugt und haben mehrere tausend der 1,8 bis zwölf Tonnen schweren Walzen eingesetzt. Es gab kaum eine Straßenbaustelle, zumindest in Deutschland, auf der nicht zumindest eine Kaelble-Walze im Einsatz war.
1995 schenkte Willy Mögle, ehemaliger Kaelble-Mitarbeiter, der Techniksammlung die Walze mit der Bezeichnung 8 WG mit einem 36 –PS-Kaelble-Viertakt-Dieselmotor der Type F 125 Z. Sie konnte mit Hilfe von Zusatzgewichten am Vorderrad und den Hinterrädern von acht auf zehn Tonnen beschwert werden.
Wenn in der Zeit um 1941 eine „Kaelble-Dampfwalze“, wie wir Jungs sie damals noch fälschlicherweise nannten, am Neubau einer Straße oder eines Platzes im Einsatz war, vergaßen wir Schule, Fliegeralarm und alles um uns. Wir mussten einfach in der Nähe dieses für uns so riesigen, faszinierenden Ungetüms sein. Wie die die Steine und den Split ebnete und verdichtete, hat uns nur ungläubig staunen lassen. In einer Disziplin jedoch waren wir der Walze und ihrem Fahrer überlegen. Wir waren viel schneller, wenn mal wieder eine unserer „Walzgutzugaben“ in Form von größeren Steinen oder Holzscheiten, die vor das Ungetüm gelegt wurden, den Betrieb ein bisschen störte.
(Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 20.01.2001, Otto W. Bareiss, mit freundlicher Genehmigung Verlag Fr. Stroh, Backnang)
Siehe auch: Straßenwalze Typ 8 WG im museum-digital