Aus der Stadtchronik Backnang:

Meilensteine in der Geschichte der Firma J.F. Adolff

Helmut BommHelmut BommHeiner KirschmerHeiner KirschmerHier haben wir eine die Backnanger Spinnerei Adolff betreffende Auswahl von Ereignissen zusammengestellt, die Zeugnis über die wechselvolle Geschichte dieses für Backnang einst so wichtigen Industriebetriebes ablegen. Die Texte entstammen überwiegend der Backnanger Kreiszeitung und sind von Helmut Bomm und Heiner Kirschmer als Stadtchronik erfasst und aufgezeichnet worden.

Die vollständige Stadtchronik steht hier zur Verfügung: https://www.kirschmer-backnang.de/stadtchronik/

 

1832

Die Partner Grunsky, Koch und Adolff gründen in einer 1831 errichtete Ölmühle am Zufluß der Weissach in die Murr - an der Markungsgrenze zwischen Backnang und Steinbach - die Mechanische Wollspinnerei Grunsky, Koch und Co., die spätere J. F. Adolff AG. Johann Friedrich Adolff übernimmt 1838 Kapital und Leitung der Spinnerei.

1860

Die Firma J. F. Adolff stellt von der Lohnspinnerei zur Verkaufsspinnerei um.

1863

Die Firma J. F. Adolff löst die Wasserkraft durch Dampfenergie ab und errichtet eine Färberei.

1864

Auflösung der „Unteren Spinnerei" und Umwandlung in eine Lederfabrik „Untere Fabrik". (Da es in Backnang bis dahin zwei Spinnereien gab, wurde die Firma Adolff entsprechend dem Murrlauf „Obere Spinnerei" und die in der unteren Au befindliche Streichwollspinnerei „Untere Spinnerei" genannt. Die Lederfabrik in der Fabrikstraße 74 wurde jetzt „Untere Fabrik" genannt; sie wurde 1880 von Robert Kaess übernommen und 1919 in Lederwerke Backnang umbenannt.)

1884

Die Firma J. F. Adolff stellt einen Dynamo auf und erzeugt Strom für ihren Betrieb. Das Angebot an die Stadt zur Lieferung von Strom wird vom Gemeinderat abgelehnt.

1991

Februar: Erste private Telephonanschlüsse bei Spinnerei J. F. Adolff und Lederfabrik Nebinger.

Adolff Stadtchronik

Die Spinnerei J.F. Adolff.

1907 - 1910

Bau eines neuen Fabrikgebäudes auf Steinbacher Markung durch Spinnerei J. F. Adolff (Architekt: P. J. Manz).

1940

14. Februar: Der Reichsstatthalter von Württemberg bestimmt die Eingliederung der Gemeinde Steinbach in die Stadt Backnang mit Wirkung vom 1. April 1941. Seit 1920 bemühte sich die Stadt um die Eingemeindung, da die Spinnerei J. F. Adolff Betriebsstätten auf beiden Markungen besitzt und es daher bei der Gewerbesteuerverteilung immer wieder zu Schwierigkeiten kam.

1958

Die Firma J. F. Adolff AG baut in Ehingen die modernste Baumwollkammspinnerei Europas.

1963

Die Firma J. F. Adolff AG, als zweitgrößter Betrieb in Backnang, beschäftigt 2280 Personen.

1965

Die Spinnerei J. F. Adolff AG engagiert sich in Berlin und errichtet eine Kammgarnspinnerei für Teppichgarne. In Backnang erreicht sie mit 2305 Personen die höchste Beschäftigtenzahl ihrer Firmengeschichte.

1967

Die Zahl der Beschäftigten der Spinnerei J. F. Adolff ist in zwei Jahren um 650 Personen auf 1656 Personen gesunken.

1979

7. Mai: Spinnerei Adolff liefert Poligras-Hockeyfeld für die Olympischen Spiele 1980 nach Moskau.

1989

16. August: J. F. Adolff gibt die Schließung der Produktionsstandorte Backnang und Dietenheim bekannt. In den 60er Jahren beschäftigte der Konzern rund 6300 Arbeiter und Angestellte, heute noch rund 1000, davon etwa 300 in Backnang. Der Sitz der Verwaltung soll in Backnang bleiben.

30. Oktober: J. F. Adolff AG meldet finanzielle Sanierung aus eigener Kraft durch den Verkauf sämtlicher Industriegebäude in Backnang an den Münchner Investor Doblinger.

1991

20. Februar: Die Firma J. F. Adolff AG stellt Antrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens, damit soll ein drohender Konkurs abgewendet werden. Die Firma beschäftigt noch 505 Arbeitnehmer, darunter 75 in Backnang.

28. März: Über das Vermögen der seit 1832 bestehenden Firma J. F. Adolff wird das Anschlußkonkursverfahren eröffnet.

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