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Tüftler, Schaffer, Weltmarktführer - Die Geschichte der württ. Verpackungsindustrie
Referent: Thomas Hoffmann, Packaging Excellence Center Waiblingen
Datum: Mittwoch, 1. Juni 2011
Ort: Bürgerhaus Backnang, Fritz-Schweizer-Saal
 

Verpackungsindustrie hat in der Region große Tradition

Thomas HoffmannThomas HoffmannDie Geschichte der Württembergischen Verpackungsindustrie stand im Mittelpunkt eines Vortrags  von Thomas Hoffmann.
Unter dem Thema "Tüftler, Schaffer, Weltmarktführer" führte der Referent den Zuhörern die  Bedeutung dieses Industriezweiges spannend vor Augen.


Kein Technikvortrag sollte es werden, betonte schon Jürgen Beer in seiner kurzen Begrüßung. Und in der Tat versuchte Thomas Hoffmann möglichst unterhaltsam in seinem Referat das Entstehen, das Werden und die lokalen Bezüge der Verpackungsindustrie hervorzuheben.
Hoffmann ist  Geschäftsführer des Packaging Excellence Center Waiblingen (PEC), einer 2007  gegründeten und aus 56 Mitgliedern bestehenden regionalen Plattform dieses lndustriezweiges. Kooperation, Erfahrungsaustausch oder Rekrutierung von Fachkräften benannte der  Diplombetriebswirt dabei als Arbeitsfelder; die Verknüpfung von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft definierte er als Ziel. „Die Verpackungstechnik beinhaltet jede Industrie", zeigte er sich überzeugt. „Die Vielfalt ist immens." In dem 300-seitigen Jubiläumsbuch „Tüftler, Schaffer, Weltmarktführer" wurde in 15 Monaten die nunmehr 150 Jahre währende Geschichte der Branche aufgearbeitet. Die komplizierten Firmenverflechtungen zu einem Stammbaum übersichtlich gebündelt, nahm Hoffmann in seinem Vortrag einen Strang davon zur Verdeutlichung heraus. Gerade die Region bezeichnete er als „historisches Pflaster", wobei er tüftlerischen Ehrgeiz und Hartnäckigkeit der Gründer sowie deren Unterordnung aller eigenen Bedürfnisse als Hauptursache der Firmenentstehungen ansah. Robert Boschs hoher Anspruch an die eigene Arbeit diente dem Geschäftsführer dabei als illustres Beispiel.


Die Die von den Stuttgartern Friedrich Hesser und Karl Geiger 1861 entwickelte Falzmaschine für Briefumschläge bezeichnete Hoffmann als "Urmutter der Verpackungsmaschinen". Stete  Erweiterungen folgten; 1911 wurde der erste Vollautomat für Kartonpackungen hergestellt. Württemberg befand sich damals im Umbruch vom Agrar- zum Industrieland. Bahnbrechende Erfindungen wie die der Maggi-Würze 1868, der Pasteurisierung 1870 oder der Kunststofffolien 1930 beschleunigten die Entwicklung in der Branche rasant. 1961 konnte die Hesser AG bereits ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. 1969 von der Robert Bosch GmbH übernommen ist der Betrieb 1977 endgültig in dieser Firma aufgegangen.


Auch Zweige hiervon beleuchtete Hoffmann ausgiebig. So. die 1945 „im Trümmerfeld" erfolgten Firmengründungen der Hesser-Monteure Otto Höfliger und Rudolf Karg, die 1956 bereits 400 und 10 Jahre später 800 Mitarbeiter beschäftigten. Auch die 1961 entstandene Allpack und deren weiteres Schicksal wurde von Hoffmann angeführt. Genau wie die bedeutende Karriere van Harro Höfliger mit seiner seit 1978 in Allmersbach im Tal angesiedelten Firma. Gründe für die vor allem im 20. Jahrhundert zu verzeichnende dynamische• Entwicklung der Verpackungsindustrie sah Hoffmann in fünf Punkten gegeben. Neben neuen Packmitteln wie Kunststoff, neuen Methoden der Konservierung wie die der Gefriertrocknung sowie steigenden Löhnen zählte er dazu auch moderne Technologien oder die rasante Entwicklung der Märkte. Landflucht und die Entstehung von Selbstbedienungsläden taten dazu ein Übriges. „Marken machen Geschichte" wusste der Referent anhand Henkel-Produkten, Odol oder Dr. Oetker-Backpulver zu verdeutlichen. Der Export sei seinen Worten zufolge zudem von knapp 50 Prozent 1945 auf inzwischen 80 Prozent angestiegen.


Ende der 70er-Jahre betrug der Anteil der deutschen Verpackungsmaschinen auf dem Weltmarkt nach Hoffmanns Worten um die 40 Prozent. Heute sei es -gefolgt von Italien- etwa die Hälfte. Wobei eine wachsende Konkurrenz aus Asien zu verzeichnen sei. Mit den Worten „die stärkste Konzentration in Deutschland ist bei uns" wusste der Referent abschließend indes noch. einmal deutlich die Bedeutung der Branche für die regionale Wirtschaft hervorzuheben.

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