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Wissenschaftsgeschichte am Beispiel der Lichtquanten
Referent: Prof. Dr. Klaus Hentschel, Historisches Institut der Universität Stuttgart
Datum: Mittwoch, 10. Dezember 2025
Ort: Technikforum Backnang
 

Klaus HentschelProf. Dr. Klaus HentschelSich in der Wissenschaft auf klare Begriffe und Interpretationen festzulegen, ist eine bewährte und geübte Praxis. Kritisch wird die Angelegenheit bei absoluten Neuigkeiten, bisher unbenannten Phänomenen oder Effekten. Wenn dabei noch die theoretischen Grundlagen fehlen, wird die Angelegenheit heikel. Wissenschaftler wollen überprüfen, wiederholen, sicherstellen, dass eine Theorie wahr ist.

Kommt es zu Neuentdeckungen oder bis dato unbekannten Interpretationen, ist Vorsicht geboten und mentale Modelle kommen ins Spiel, mit denen sich die Wissenschaftler ihre Untersuchungsgegenstände klarzumachen versuchen. Diese mentalen Modelle von Lichtquanten untersuchte der Vortrag.

Prof. Hentschel konnte am Beispiel der Lichtquanten eindrucksvoll zeigen, wie behutsam die Koryphäen der Physik sich diesem Thema näherten. Ein Prozess, der letztlich mehrere Jahrhunderte dauerte und bis heute nicht wirklich abgeschlossen ist.

Lichtquant, Photon , Boson, alles Begriffe, deren Bedeutung noch immer in Diskussion ist.

 

Dieser ungewöhnliche aber höchst interessante Vortrag zeigte den 85 Zuhörern was Wissenschaftsgeschichte sein kann.
Ein Hinweis auf die Veranstaltung findet sich auch auf den Webseiten der Universität Stuttgart.

Bilder: Gerald Jarmuske

2025-12-10 Lichtquanten
2025-12-10 Lichtquanten
2025-12-10 Lichtquanten
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2025-12-10 Lichtquanten
2025-12-10 Lichtquanten

 

Der Referent Prof. Dr. Klaus Hentschel hat zum Thema unter anderem folgende Bücher verfasst:

Hentschel LichtquantenLichtquanten: Die Geschichte des komplexen Konzepts und mentalen Modells von Photonen ISBN 978-3662669327

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte des komplexen Konzeptes von Photonen aus wissenschaftshistorischer, kognitionspsychologischer und naturwissenschaftlicher Sicht. Dabei werden unter anderem sechs verschiedene mentale Modelle des Lichtquantums bzw. Photons diskutiert. Der Bogen wird vom Teilchenmodell Newtons, dem Singularitätsmodell Einsteins und Bohrs bis zum modernen Konzept der Quantisierung des elektromagnetischen Feldes in der Quantenelektrodynamik gespannt. Der Autor beschäftigt sich zuerst mit der Entwicklungsgeschichte des Photons innerhalb der modernen Physik ab 1900, bevor er zwölf Bedeutungsschichten des Photons ausgehend vom Anfang des 20. Jahrhunderts präsentiert. Anschließend werden die mentalen Modelle des quantisierten Lichts diskutiert und das heutige Modell des Photons besprochen. Die erste Auflage dieses Buches hatte ca. 16.000 downloads und eine altmetric von 10. Die deutlich erweiterte zweite Auflage des Buches wurde unter anderem durch zusätzliche Abschnitte über semiklassische Theorien, Dirac, QED und über die Feynman Lectures ergänzt. Ferner wurde das Kapitel über verschiedene Modelle der Begriffsentwicklung und den hier vertretenen Ansatz der Suche nach mentalen Modellen stark erweitert. Das Buch richtet sich sowohl an Naturwissenschaftler wie auch an Wissenschaftshistoriker und Andere, die sich mit der Begriffs- und Ideengeschichte von Konzepten auseinandersetzen.

 

Hentschel Unsichbares LichtUnsichtbares Licht? Dunkle Wärme? Chemische Strahlen?: Eine wissenschaftshistorische und -theoretische Analyse von Argumenten für das Klassifizieren ... mit Schwerpunkt auf den Jahren 1770-1900 ISBN ‎ 978-3928186841

Mit welchen Argumenten werden verschiedene Erscheinungen entweder als verwandt oder verschieden eingestuft? Und bleiben diese taxonomischen Klassifikationsargumente gleich oder ändern sie sich mit der Zeit? Das sind die Fragen, denen im vorliegenden Werk am Beispiel der verschiedenen Strahlungsarten nachgegangen wird. Um dies Ziel zu erreichen, wird quasi en passant eine fulminante wissenschaftshistorische Studie über die Entwicklung der Vorstellungen von der Natur der Wärme und des Lichtes von der frühen Neuzeit bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein vorgelegt. Es werden nicht nur die theoretischen Überlegungen in bisher nicht gekannter Vollständigkeit und Detailltreue geschildert, sondern ebenfalls die von den Naturforschern jeweils herangezogenen Experimente erläutert. So entsteht eine Landkarte der vielfältigen Verzweigungen, Umwege und Irrwege, aber auch der experimentelle Durchbrüche und theoretische Vereinheitlichungen, die zum heutigen Wissensstand beitrugen. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Umbruchszeit zwischen 1770 und 1850, als neue Strahlungsarten (heute klassifiziert als Infrarot und Ultraviolett) entdeckt wurden, die Wellentheorie des Lichtes sich durchsetzte und Wärme zunehmend als Bewegung gedeutet wurde.

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