Aus der Stadtchronik Backnang:

Meilensteine in der Geschichte der Firma Kaelble

Helmut BommHelmut BommHeiner KirschmerHeiner KirschmerHier haben wir eine die Backnanger Maschinenfabrik Kaelble betreffende Auswahl von Ereignissen zusammengestellt, die Zeugnis über die wechselvolle Geschichte dieses für Backnang einst so wichtigen Industriebetriebes ablegen. Die Texte entstammen überwiegend der Backnanger Kreiszeitung und sind von Helmut Bomm und Heiner Kirschmer als Stadtchronik erfasst und aufgezeichnet worden.

Die vollständige Stadtchronik steht hier zur Verfügung: https://www.kirschmer-backnang.de/stadtchronik/

 

1895

April Die 1884 von Gottfried Kaelble (1848 - 1911) in Stuttgart-Bad Cannstatt gegründete mechanische Werkstätte wird nach Backnang verlegt und im Gebäude Wilhelmstraße 42 eingerichtet.

1900

Kaelble konstruiert die erste selbstfahrende Sägemaschine.

1906

Herstellung der ersten Zugmaschine durch Firma Kaelble.

1908

Carl Kaelble (1877 - 1957, seit 1952 Ehrenbürger von Backnang) und Hermann Kaelble (1883 - 1953) übernehmen den Betrieb vom Vater Gottfried Kaelble.
Die Firma Carl Kaelble, Motoren- und Maschinenbau, erstellt die erste Motorstraßenwalze.

1920 erste Motorstrassenwalze Kaelble

1920 baute Kaelble die erste Motorstraßenwalze

1922

31. März: Gemeinderatsbeschluß zum Kauf einer 8-PS-Motorluftpumpe von Kaelble zur Abortentleerung.

1924

Herstellung der weltersten Dieselmotor-Straßenwalze bei Kaelble

1925

1926 erste Diesel-Zugmaschine Kaelble

Bau der weltersten Dieselzugmaschine bei Kaelble.

Kaelble WIlhelmstrasse Backnang

Die Maschinenfabrik Carl Kaelble in der Wilhelmstr. (Photo etwa 1960)

1975

15. Dezember: Lieferung des weltgrößten Schlackentransporters von Kaelble an Stahlwerk in Gent.

1985

18. Oktober: Neues Konzept für die Unternehmensgruppe Kaelble: Werk I in der Wilhelmstraße wird verkauft und die Produktion ins Werk II Maubacher Straße verlegt.

1987

5. März In den dreißiger Jahren hat die Carl Kaelble GmbH die Lokomotiven- und Maschinenfabrik Gmeinder & Co. in Mosbach erworben. Mit dem Namen Kaelble-Gmeinder GmbH treten die bisherigen Firmen Kaelble und Gmeinder ab sofort gemeinsam auf.

1988

März Abbruch der Fertigungshalle und des Stammhauses der Firma Kaelble, Wilhelmstraße 42.

1995

22./23. April: Anläßlich des 100jährigen Bestehens der Firma Carl Kaelble veranstalten die Stadt, der Heimat- und Kunstverein und Firmenvertreter eine Ausstellung im Turmschulhaus und Vorführungen historischer Kaelble-Fahrzeuge auf dem Marktplatz und im Stiftshof.

1996

15. Januar: In Sachen Kaelble hat der Vergleichs- bzw. Konkursverwalter Dr. Volker Viniol beim Stuttgarter Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Anschlußkonkursverfahrens eingereicht.
18. Januar: In einer Betriebsversammlung erhalten 130 Kaelble-Mitarbeiter die schriftliche Mitteilung, daß infolge des Konkurses ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt werde. Die verbliebenen etwa 100 Belegschaftsmitglieder werden in den nächsten Wochen ebenfalls ihren Arbeitsplatz räumen müssen. Die sogenannte Ausproduktion geht noch bis Ende Februar.

1997

1. Januar: Kaelble Baumaschinen, Reparatur- und Servicegesellschaft mbH ist der neue Name des Traditionsunternehmens Kaelble ab 1. Januar 1997. Nach einjährigen schwierigen Verhandlungen hat Konkursverwalter Dr. Viniol aus dem Vermögen der Gemeinschuldnerin Teile der Maschinen, des Know-how sowie das Warenlager an die neue Firma veräußert. Geschäftsführer und derzeit alleiniger Gesellschafter ist Werner Zick.

1998

30. März — 5. April: Auf der Bauma '98 präsentiert die zu Beginn des Jahres 1997 neu gegründete Kaelble Baumaschinen GmbH Backnang, hervorgegangen aus der in Konkurs geratenen Kaelble-Gmeinder GmbH, dem Messepublikum die erste Neuentwicklung: Der Kaelble SL 18 ist der größte in Deutschland produzierte Radlader und gleichzeitig das Flaggschiff der Kaelble-Radladerflotte.

2003

8. Dezember: Die Wirtschaftskrise und hausgemachte Probleme machen der Firma Kaelble so schwer zu schaffen, dass das Ende 1996 gegründete Unternehmen mit dem traditionsreichen Namen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellt. Betroffen sind 86 Beschäftigte, davon 72 in Backnang. Es bestehen aber durchaus Chancen, dass es weiter gehen wird.

2002

1. März: Das Insolvenzverfahren gegen die Firma Kaelble Baumaschinen, Reparatur- und Servicegesellschaft mbH wird eröffnet. Die 50 Beschäftigten hatten kurz zuvor ihre Kündigung erhalten. Lediglich die 35 Beschäftigten der Sparte Kundendienst und Ersatzteilservice werden vorerst weiter beschäftigt.

27. März: Die amerikanische Gesellschaft Terex, einer der weltgrößten Baumaschinenhersteller kauft das insolvente Traditionsunternehmen Kaelble. In Backnang sollen Produktion, Service und Wartung erhalten bleiben, allerdings mit einer verkleinerten Belegschaft.

12. Mai: Mit der Firma Kaelble geht es wieder langsam bergauf. Sechs Wochen nachdem der amerikanische Baumaschinenkonzern Terex die Firma übernommen hat, verließen zwei nagelneue Radlager die Backnanger Produktionshallen. Drei weitere Aufträge wurden erteilt, Verhandlungen über weitere acht Maschinen laufen.

9. Dezember: Ein weiterer Tiefschlag für Backnang: Der einst so traditionsreiche Namen Kaelble verschwindet fast komplett aus der Stadt. Die Produktion wird aus wirtschaftlichen Gründen zur Firma Atlas-Terex im norddeutschen Vechta verlegt. Zurück bleiben nur 10 Mitarbeiter im Bereich Vertrieb, Service- und Ersatzteilkoordination.

2003

25. Juli: Die letzten acht Mitarbeiter, die noch für Kaelble arbeiten, verlassen die Stadt. Der amerikanische Mutterkonzern Terex, der seinen Deutschlandsitz in Vechta hat, löst seinen Ministandort in Backnang auf.

 

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