Veranstaltungen

Geschichte des Buches und des Buchhandels
Referent: Dorothee Winter, Backnang
Datum: Mittwoch, 13. Juni 2018
Ort: Technikforum Backnang
 

Dorothee WinterVerleger und Buchhändler waren die Pioniere der Volksbildung. Vom Lesezirkel zum Internetbuchhandel...ein weites Feld.

Der Buchhandel und seine Geschichte

Seit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert war das Buch das Hauptmedium kultureller
und wissenschaftlicher Kommunikation. Dies gilt heute so nicht mehr, denn mit der Digitalisierung haben tief greifende Veränderungen
im Buchhandel Einzug gehalten, die noch in vollem Gange sind und deren Folgen heute noch nicht absehbar sind. In ihrem Vortrag wirft Dorothee Winter einen Blick auf die Geschichte des deutschen Buchhandels von seinen Anfängen bis heute. Dabei lässt sich zeigen, dass der Buchhandel, wie alle Branchen, einem ständigen Wandel unterworfen, aber immer in der Lage war, diesen Wandel zu gestalten.

Die Referentin war viele Jahre mit einer eigenen Buchhandlung in Backnang tätig. 

Die Backnanger Kreiszeitung schreibt

Wie die Bücher Laufen lernten

Technikforum Backnang: Vortrag zur Geschichte des Buchhandels

Ein Erfinder legte die technische Basis, Bestsellerautoren brachten die Auflage, findige Kaufleute entwickelten ein Vertriebssystem. So entstand ein Stück erfolgreicher deutscher Wirtschaftsgeschichte: der Buchhandel. Im Technikforum wurde diese Geschichte lebendig. Kompetent führte die langjährige Buchhändlerin Dorothee Winter durch 600 Jahre Branchengeschichte.


Johann Gutenbergs Druckverfahren mit Metallbuchstaben war eine Revolution. Jetzt konnten Bücher in hoher Auflage hergestellt werden - die erste Massenproduktion der Geschichte. Erster Bestsellerautor war Martin Luther. Seine Bibel in deutscher Sprache verbreitete sich rasant. Die Anzahl der Druckerzeugnisse stieg innerhalb kurzer Zeit auf das Sechsfache. Ein Großhändler machte Leipzig zur führenden Bücherstadt. Jetzt tauschten die Verlage ihre Bücher nicht mehr, sondern rechneten an der Börse ab. Bis heute erinnert daran der Name „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“.

Konkurrenzdruck und Preisverfall gab es auch. Friedrich Cotta in Stuttgart verdiente mit Schiller und Co. zunächst gut, doch nach dem Ablauf der Rechte kam die Billigkonkurrenz: Reclam verkaufte "Don Carlos“ für zwei Groschen.

Einen massiven Ruckschlag erlitt der deutsche Buchhandel in der Nazizeit. Fast die Hälfte der Titel verschwand. Leipzig verlor seine Position als weltwe1t führende Buch- und Verlagsstadt. Nach 1945 wurde Rowohlt Vorreiter für das preiswerte Taschenbuch, und Bertelsmann wuchs zu einem Weltkonzern. Einflussreiche Frau an der Spitze: Mitbesitzerin Luz Mohn.

Und heute? Der klassische Buchhandel behauptet sich. Dorothee Winter: „Selbst Amazon-Gründer Jeff Bezos nennt als eine seiner Lieblingsbeschäftigungen das Stöbern in Buchhandlungen.“

(Quelle: Backnanger Kreiszeitung (hru), mit freundlicher Genehmigung Verlag Fr. Stroh, Backnang)
 

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