Verzeichnis der Veranstaltungen

Die Geschichte der Keramik
Referent: Dr. Michael Fripan, Backnang
Datum: Mittwoch, 2. Dezember 2015
Ort: Bürgerhaus Backnang, Fritz-Schweizer-Saal
 

Unsichtbar doch unverzichtbar

Dr. Michael FripanDr. Michael FripanUnsichtbar? Nein, nicht wirklich aber doch häufig gut versteckt. Die Zuhörer bei Dr. Fripans Vortrag beim Förderverein Technikmuseum staunten über die Fülle nicht offenkundiger Anwendungsfälle eines der interessantesten Werkstoffe unserer Zeit. Keramik ist modern und alt zugleich. Seit vor zehntausend Jahren Gefäße und Ziegel aus Ton gebrannt wurden und dann vor viertausend Jahren die Ägypter Töpferscheibe und Schachtofen erfanden, startete geradezu eine Massenproduktion keramischer Artikel. Die hohen Temperaturen und die Steuerung der Ofenatmosphäre waren die entscheidenden Kriterien.


Der industrielle Revolution beginnend in England in der Mitte des 19. Jahrhunderts, treibt die Entwicklung im Transportwesen, in der Textilindustrie, im Maschinenbau, in der Chemie- und Elektroindustrie voran. Die Fortschritte in diesen Wirtschaftszweigen wären ohne technische Keramik nicht denkbar gewesen. Überall umgeben uns Produkte aus technischer Keramik und erbringen Höchstleistungen meist im Verborgenen. Die technische Keramik bietet Lösungen an, bei denen andere Materialien an ihre Grenzen stoßen. Weder extreme Temperaturen noch aggressive Medien können ihnen etwas anhaben. Sie isolieren gegen elektrische Spannungen und sind in der Regel gute Wärmeisolatoren. Keramische Leiterplatten in Notebooks, Mobiltelefonen und MP3 Playern sorgen für die Kommunikation.


Täglich betätigen wir in Bad und Küche die Hebel der Mischarmaturen. Durch einfache Drehbewegung regeln wir Wassermenge und Wassertemperatur und dies sollte selbstverständlich tausendfach problemlos auch bei kritischen Wässern funktionieren. Das erfordert einen extrem verschleiß- und korrosionsfesten Werkstoff wie beispielsweise Aluminiumoxidkeramik.


Skisprungschanze KlingenthalIn der Automobiltechnik sorgen Sensoren für die Sicherheit der Insassen und für eine intelligente Motorsteuerung. Beispiele dafür sind Rückfahr-, Klopf- und Ölstandssensoren. Ein äußerst interessanter Anwendungsfall eröffnet sich in der Medizin. Jährlich erhalten 200 000 Menschen in Deutschland ein künstliches Hüftgelenk. Hier bietet sich Keramik an. Sie ist biokompatibel, es gibt keine bekannten Unverträglichkeiten. Die enorme Materialhärte garantiert eine lange Lebensdauer, was bei steigender Lebenserwartung der Patienten immer wichtiger wird. Im Bereich der Zahnmedizin kommt vor allem Zirkonoxidkeramik als Zahnkronen- und Zahnbrückenmaterial zum Einsatz. Der keramische Zahnersatz ist lichtdurchlässig wie die natürlichen Zähne und passt sich so perfekt an die Farben seiner Nachbarn an.


Der Fantasie der Ingenieure und Chemiker sind keine Grenzen gesetzt. Keramiknoppen, die in Spezialkautschuk einvulkanisiert sind, sorgen dafür, dass Skisprungveranstaltungen unter beinahe identischen Bedingungen ganzjährig möglich sind. An Bord der Rosetta Raumsonde geht Hochleistungskeramik auf Kometenjagd.
Von 2016 an wird der Förderverein Technikmuseum die Vortragsreihe im Technikforum Backnang fortsetzen.

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