Verzeichnis der Veranstaltungen

Die Geschichte der Astronomie - Von Galilei bis Hubble
Referent: Ewald Müller, Auenwald
Datum: Montag, 16. April 2012
Ort: Bürgerhaus Backnang, Fritz-Schweizer-Saal
 

Geschichte der Astronomie    

Ewald MuellerEwald MüllerEwald Müller schildert beim Förderverein Technikmuseum die spannende Entwicklung der Astronomie

Nikolaus Kopernikus verdanken wir die Erkenntnis vom heliozentrischen Weltbild, die Bestätigung der Urknalltheorie gelang erst durch Einsatz modernster Welttraumteleskope.

Die Behauptung, die Sonne stehe im Mittelpunkt des Weltgeschehens, war durchaus mutig. Vor etwa 400 Jahren konnte eine solche Ansicht geradewegs zum Tode führen. Die Kirche sah zu dieser Zeit die Erde und den auf ihr lebenden Menschen als gottgegebenen Nabel der Welt. Sonne, Planeten und Sterne kreisten um die Erde. Hier lebte die Krönung der Schöpfung. Dies mag der Grund dafür gewesen sein, dass Kopernikus seine diesbezügliche Veröffentlichung erst auf seinem Todesbett freigab. Die Fakten sprachen allerdings für ihn. Fortan lebte die Welt mit sechs Planeten, von denen einer unsere Erde war und alle umkreisten die Sonne. Auch die heute noch gerne Abendstern genannte Venus ist ein Planet und kein Stern. Die Fernrohrtechnik entwickelte sich vom Zweilinsensystem des Galileo Galilei zum Spiegelteleskop des Isaac Newton.

Dieses Prinzip des Licht sammelnden Spiegels wird praktisch bis zum heutigen Tag beibehalten. Mit einem Spiegelteleskop, das mehr einer riesigen Kanone als einem optischen Instrument glich, entdeckte Wilhelm Herschel 1781 einen weiteren Planeten: Uranus. Die immer besser auflösenden Rohre führen noch bis heute zu immer neuen Entdeckungen von die Sonne umkreisenden Himmelskörpern. Die Wissenschaft diskutiert die Einordnung als Planeten oder sog. Trans-Neptun-Objekte. Astronomie ist aber weit mehr als Planetenforschung. Der Blick in den Weltraum ist so fantastisch, unergründlich und zu immer neuen Fragen anregend, dass hier ganz besondere Anstrengungen unternommen wurden. Die Entdeckung der später nach ihm benannten Spektrallinien durch Joseph von Fraunhofer ermöglichten eine Aussage zur Lichtabsorption von Gasen und zu den im Kosmos vorkommenden Elementen. Diese Erkenntnis wird 150 Jahre später zu der Beschreibung von sich entfernenden Galaxien und zur Urknalltheorie führen. Die Verschiebung des Lichtspektrums ist dabei die entscheidende Größe.


Planetarischer Nebel im Sternbild SkorpionDie heute so beeindruckenden Erkenntnisse der Astronomie bauen nach wie vor auf die entscheidenden Vorarbeiten von Newton und Fraunhofer. Die Qualitätsverbesserung wurde durch technische Verfeinerungen der Spiegel, der Steuerungstechnik und vor allem der Anordnung der Teleskope auf Bergen in weit abgelegenen Regionen der Welt herbeigeführt. Hier geht es um Ausschaltung von störendem Licht und Beeinträchtigungen durch die Atmosphäre, sowie die Verkopplung von vielen Einzelteleskopen zu einem gemeinsamen „Objektiv“. Die Fortschritte in der Weltraumfahrt ermöglichten erstmals die Sternbeobachtung außerhalb der Erdatmosphäre. Wenn heute das 1996 mittels eines Space Shuttles gestartete Hubble-Teleskop in einer Höhe von rd. 600 Kilometern in das Weltall blickt, sehen wir bis dahin unvorstellbare Massen von Galaxien. Die Farbe einzelner Sterne lässt jetzt gute Schlüsse auf ihr Alter zu, zeigt uns bevorstehende Sternexplosionen und zeigt uns auch, dass unsere Sonne kein „Original“ ist: Alles Material unseres Sonnensystems stammt aus einer Gaswolke, die ein sterbender Stern am Ende seines Daseins ins All geschleudert hatte. Die Farbaufnahmen des Weltraumteleskops sind von beeindruckender Schönheit und Harmonie und zeigen uns eine Welt, in der unser Planet nur ein ganz kleines Staubkorn ist.


Müller, Oberstudienrat am Max-Born-Gymnasium Backnang, Hobbyastronom und langjähriges Mitglied der Backnanger Sterngucker fesselte seine 90 Zuhörer mit vielen Bildern, höchst interessanten Erläuterungen und sehr unterhaltsamen Erkenntnissen. Der Förderverein Technikmuseum Backnang setzt seine Vortragsreihe zur Technikgeschichte mit dem Thema Chirurgie am 13. Juni fort.

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