Elektronische Postkarten aus dem All

SSTV-Empfang von der ISS und Empfangs-Diplome für alle

von Martin Braun DL5BK

Diplom der AMSAT ARgentina für DK0ANTAMSAT Argentina - Diplom für DK0ANTNeben Sprechfunk und Morsetelegrafie gibt es im Amateurfunk auch Betriebsarten bei denen die Informationen zwischen den Beteiligten mithilfe digitalisierter Signale übertragen werden. Eine dieser Spielarten ist SSTV (slow scan television) bei der sich Funkamateure über in Bildern eingelagerte Texte unterhalten können.

Die Übermittlung von Bildern mittels SSTV erfolgt prinzipiell ähnlich wie bei einer Fax-Übermittlung, jedoch hier selbstredend nicht über eine Telefonleitung sondern über eine Funkverbindung. Auf der Senderseite werden die Bilder Zeilen- und Bildpunkt-weise in analoge Töne kodiert, in ein Funkgerät eingespeist und über eine Funkverbindung übertragen und auf der Empfangsseite wieder in digitale Bildinformationen zurückgewandelt.

SSTV-Übertragungen von der Raumstation ISS zur Erde führt das Projekt ARISS Amateur Radio on the International Space Station oder die Staatliche Hochschule für Luftfahrt in Moskau - das MAI Moscow Aviation Institute - bei besonderen Anlässen oder an bestimmten Jahrestagen wie z.B. dem ersten bemannten Weltraumflug von Juri Gagarin durch. Die Events werden einige Tage vor deren Beginn jeweils auf der Webseite http://ariss-sstv.blogspot.com/ angekündigt.

Remembering Owen GarriotDie Aussendungen werden aus dem russischen Service Modul der ISS heraus getätigt und erfolgen im 2m-Amateurfunkband auf der Frequenz 145,8 MHz. Da bei allen Amateurfunk-Sendungen immer ein Rufzeichen mitübertragen werden muss, wird das russische Amateurfunk-Rufzeichen RSØISS in die übertragenen Bilder eingeblendet.

Die SSTV-Bilder der ISS können von jedem empfangen werden. Speziell bei den ARISS-Events werden als Empfangsbestätigung online eingereichte Bilder mit einem SSTV Diplom des polnischen ARISS - Teams belohnt. Das DIplom kann von jedem Interessierten erworben werden - die Vergabe ist also nicht auf Funkamateure beschränkt. Am Ende des Artikels wird beschrieben, wie man das Diplom sogar erarbeiten kann, wenn man nur einen Computer mit Internet-Zugang zur Verfügung hat.

 

Exkurs: Amateurfunk in der Raumfahrt

Robot36Oscar-1, first ham radio satellite in orbitOscar-1, Quelle: Wikimedia commonsDie Verbindung von Raumfahrt und Amateurfunk hat bereits eine lange Tradition. Schon 4 Jahre nachdem das Piepsen des russischen Satelliten Sputnik 1 die Welt in Atem gehalten hatte, wurde Im Dezember 1961 der erste Amateurfunk-Satellit OSCAR 1 in den Orbit gebracht. OSCAR 1 war zu diesem Zeitpunk der erste Satellit der ohne Unterstützung einer Regierung oder Organisation durch Amateure gebaut wurde. Die Bezeichnung OSCAR für Amateurfunksatelliten leitete sich aus "Orbiting Satellite Carrying Amateur Radio" ab. Die einzige Aufgabe des ersten OSCAR während seiner nur wenige Wochen bis zum Verglühen in der Erdatmosphäre andauernden Mission war, seine Innentemperatur über Morsezeichen an die Funkamateure auf der Erde zu senden. Diese konnten anhand der Geschwindigkeit in welcher fortwährend der Morsetext "HI" übermittelt wurde auf die Temperatur im Inneren von OSCAR 1 schliessen. Die anfänglichen Bemühungen des OSCAR-Projektteams führten einige Jahre später zur Gründung der AMSAT (Radio Amateur Satellite Corporation, auf Deutsch etwa „Amateurfunksatelliten-Vereinigung“).

Bis heute zählt man mehr als 100 Satelliten die im Laufe der Jahre den Funkamateuren über ihre Nutzlasten zahlreiche Anwendungen zur Verfügung gestellt haben. Den Status der derzeit aktiven Amateurfunk-Satelliten findet man auf der Webseite AMSAT Live OSCAR Satellite Status. Ein bedeutender Entwicklungsschritt der jüngeren Zeit war 2018 die Bereitstellung einer zusätzlichen Amateurfunk-Nutzlast auf dem kommerziellen geostationären Satelliten Es'hail-2, auch Qatar-OSCAR 100 oder QO-100 genannt.

Owen GarriotOwen Garriott - 1983 an Bord eines Space Shuttle mit Amateur-Handfunkgerät (Quelle Wikipedia)In der bemannten Raumfahrt hielt der Amateurfunk 1983 Einzug, als der US-Astronaut und leidenschaftliche Funkamateur Owen Garriott W5LFL erstmals ein 2m-Amateur-Handfunkgerät zu der STS-9 Space Shuttle Columbia Mission mitnahm und damit in seiner freien Zeit auf dem Shuttle Funkkontakte zur Erde aufbaute. Auch bei vielen der nachfolgenden Shuttle-Missionen waren unter den Astronauten oft Funkamateure - bei der Mission STS-37 im Jahre 1991 hatte sogar jedes Mitglied der 5-köpfigen Crew eine Amateurfunklizenz. Auf der russischen Raumstation MIR fand sich ebenso Amateurfunk-Equipment wie schließlich heute auch auf ihrem Nachfolger, der Raumstation ISS. Commander William Shepherd, KD5GS war im Jahr 2000 das erste ISS-Crew-Mitglied das Amateurfunk-Kontakte von dort zur Erde durchgeführt hat.

ariss logoDie meiste Zeit über läuft die Amateurfunk-Ausrüstung der ISS im automatischen Betrieb als Sprechfunk- und AX.25 APRS-Repeater für die Funkamateure auf der Erde. Gelegentlich finden aber auch SSTV-Ausstrahlungen statt oder das Equipment wird vom Projekt ARISS (Amateur Radio on the International Space Station) genutzt um Schülern unter Anleitung von Funkamateuren Funkkontakte zur ISS zu ermöglichen. Ehrenamtlich tätige Funkamateure stellen hierfür die Verbindungen zwischen den Schulen und der Raumstation her. Unter einem Ausbildungsrufzeichen dürfen die Schüler den Astronauten der ISS in der verfügbaren Zeit eines Überfluges Fragen stellen. Daher besitzen viele Astronauten die für den Sendebetrieb erforderliche Amateurfunk-Lizenz.

 

Der erste deutsche Funkamateur im All war Ulf Merbold DB1KM (als RØMIR und DP3MIR von der MIR, zuvor STS, Sojus) - zuletzt war aus deutscher Sicht Alexander Gerst KF5ONO auf der ISS mit dem Rufzeichen DPØISS aktiv. Ab 2021 wird mit Matthias Maurer KI5KFH wieder ein deutscher Funkamateur an Bord der ISS sein und das Rufzeichen DP0ISS im Rahmen von ARISS-Schukontakten erneut aktivieren.

 

Bild-Übertragung von der ISS zur Erde mittels SSTV

Remembering Owen GarriotSSTV-Bilderserie vom August 2019 "Expedition 60 - ARISS Series 14 W5LFL - Remembering Owen Garriott"Bei den meist mehrtägigen Events wird in der Regel eine sich immer wiederholende Serie von 12 Bildern mit postkartenartigen Motiven zu einem bestimmten Thema ausgesendet, wobei die Übertragung eines einzelnen Bildes bei der eingesetzten Betriebsart PD120 zwei Minuten dauert. Einen sogenannten Duty-Cycle von 50% erreicht man, indem man nach jeder Aussendung zwei Minuten Sendepause einhält und somit ermöglicht, dass sich die 25W-Sender-Endstufe des Funkgeräts auf der ISS wieder abkühlen kann.

Die SSTV-Betriebsart PD120 gehört zu den sogenannten PD-Betriebsarten (PD90, PD120, PD160, ...) die um 1996 von den amerikanischen Funkamateuren Paul Turner G4IJE und Don Rotier K0HEO entwickelt wurden. PD steht daher sowohl für Paul und Don, aber auch für "Public Domain", denn die beiden Funkamateure wollten von Beginn an Ihre Erkenntnisse und die technischen Details der Betriebsarten veröffentlichen und somit deren Verbreitung fördern. Die derzeit für SSTV-Aussendungen von der ISS verwendete Betriebsart PD120 stellt dabei einen guten Kompromiss zwischen Bildqualität und Übertragungsdauer dar. Die dabei gesendeten Farbbilder besitzen eine Auflösung von 640 x 496 Pixeln.

ESA Where is the International Space Station thQuelle: ESA, https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/International_Space_Station/Where_is_the_International_Space_StationFür einen Umlauf um die Erde benötigt die ISS etwa 90 Minuten. Die Bahnneigung der ISS zum Äquator beträgt 51,6° - daraus resultiert eine scheinbare relative Bahn über der Erde die wie eine Wellenlinie aussieht. Je nach Phase ist die ISS daher nicht bei jedem Umlauf über Deutschland funktechnisch "sichtbar" und somit bei solchen Überflügen auch für Amateurfunkzwecke nicht nutzbar.

Robot36Für die Ermittlung der Überflugzeiten gibt es Programme wie GPREDICT oder Webseiten wie https://www.amsat.org/track/  oder man nutzt eine Smartphone-App wie z.B. "ISS Detektor" oder "Heavens Above". Die App kündigt die zukünftigen "sichtbaren" Überflüge an und zeigt während der Überflüge auch die aktuelle Richtung in der sich die ISS befindet (Azimut) und deren aktuelle Höhe (Elevation) in Grad um ggf. eine Antenne entsprechend ausrichten zu können.

Die Ausbreitungsbedingungen in höheren Frequenzbereichen (so auch schon im 2m-Amateurfunkband) erlauben vereinfacht ausgedrückt weitgehend nur Funkverbindungen bei einer Sichtverbindung, sodass für den Empfang der Bilder bei jedem Überflug der ISS je nach Phase nur etwa 6 bis 10 Minuten zur Verfügung stehen. So kann man pro Überflug ein bis zwei vollständige Bilder empfangen. Je höher der eigene Standort und je freier die Sicht, desto größer sind die Chancen auf gute Ergebnisse.

Hat die ISS bereits vor dem Erscheinen am Horizont (AOS = aquisition of signal) mit der Aussendung eines Bildes begonnen oder die Übertragung eines Bildes endet erst nachdem die ISS schon wieder "untergegangen" ist (LOS = loss of signal) , dann erhält man verständlicherweise abgeschnittene Bilder. Sofern die Flugbahn aus Sicht der Antenne durch Gebäude oder Bäume verdeckt wird ergeben sich Störungen in den empfangenen Bildern. Auch die Wetterbedingungen können die Qualität beeinflussen.

ARISS 16 SatellitesSSTV-Bilder mit unterschiedlicher EmpfangsqualitätDer Dopplereffekt - den man auch im hörbaren Bereich von sich nähernden und entfernenden Fahrzeugen kennt - spielt trotz der hohen relativen Geschwindigkeit der ISS zur Erde (~28.000 km/h in ~400km Höhe) im 2m-Amateurfunkband für den Empfang der SSTV-Bilder noch keine so gewichtige Rolle als dass man die Frequenz zwingend nachregeln müsste. Wer aber perfekte Bilder empfangen möchte sollte dies natürlich berücksichtigen. Die ISS scheint bei ihrem "Aufgang" um etwa 3,5 kHz höher als die Nennfrequenz von 145,8 MHz zu senden, äquivalent kurz vor dem "Untergang" um 3,5 kHz unter der Nennfrequenz. In der Praxis ergeben sich aber auch ohne Nachregeln akzeptable Ergebnisse. Während jeden Überflug ("path") gibt es einen "Zeitpunkt der kleinsten Annäherung" (TCA = Time of Closest Approach), das ist derjenige Moment wenn der Satellit den kürzesten Abstand zum Betrachter hat. Zu diesem Zeitpunkt beträgt die Doppler-Shift Null und der Satellit erreicht hier seine höchste Elevation über dem Horizont.

Für den Empfang der Bilder ist keine Lizenz erforderlich. Man benötigt lediglich einen Empfänger (2m-Amateurfunkgerät, Scanner-Empfänger, SDR-Empfänger), der sich auf 145,8 MHz FM im 2m Amateurfunk-Band einstellen lässt, sowie eine Schnittstelle zu einem Computer und dort eine Software, die SSTV-Signale dekodieren und in Bilder zurückverwandeln kann. Die erforderliche Software ist für gängige Betriebssysteme wie Windows, Linux oder Mac frei und kostenlos verfügbar.

 

Robot36Robot36Es geht aber auch noch einfacher: für Smartphones wurden Apps entwickelt, die SSTV-Signale über das Mikrofon aufnehmen und dekodieren können. Ein bekannter Vertreter ist z.B. Robot36 für Android welches auch die auf der ISS verwendete SSTV-Betriebsart PD120 unterstützt. Hier hält man einfach das Mikrofon des Smartphones in die Nähe des Lautsprechers eines Empfängers und stellt so eine akustische Kopplung her. Die erzielbaren Ergebnisse sind bei idealen ISS-Überflügen überraschend gut.

Mit dieser einfachen Technik wurden am 8.10.2020 mit minimalem Aufwand vor der Halle des Technikforums Bilder der ISS aus der Serie "ARISS 16 Satellites" empfangen und für die Erlangung eines ARISS-Diploms für die Clubstation DK0ANT eingereicht.

Dem Aufwand der bei der Kommunikation mit Satelliten betrieben werden könnte sind selbstverständlich keine Grenzen gesetzt, auch nachführbare Richtantennen sind ein probates Mittel für bessere Bilder.

 

 

SSTV-Empfang "ohne Empfänger"

Wer keinen Empfänger für das 2m Amateurfunk-Band besitzt, kann die Übertragungen der ISS auch via Internet über einen Online-Empfänger - sogenannte WebSDR - verfolgen. Eine Liste verfügbarer WebSDR-Stationen findet sich unter websdr.org. Es ist hier ein WebSDR-Server auszuwählen bei dem die Frequenz 145,8 MHz empfangen werden kann. Die Modulationsart muss auf "FM" gestellt werden.

Bei der Ermittlung von Überflugzeiten der ISS gilt nun aber nicht mehr der eigene Standort, sondern es ist der Standort des WebSDR maßgeblich.

Beim WebSDR gilt es nun, die Audioausgabe auf einen SSTV-Dekoder zu lenken. Im einfachsten geschieht dies wieder über die oben beschrieben akustische Kopplung auf das Smartphone indem man dieses an den PC-Lautsprecher hält. Wer lieber PC-Software wie z.B. MMSSTV für Windows verwenden möchte, benötigt noch eine virtuelle Verbindung vom "Audio-Ausgang" des Browsers auf den "Audio-Eingang" der SSTV-Software. Hierzu ist eine weitere Software wie z.B. "Virtual Audio Cable" erforderlich, die entsprechende virtuelle Soundkartentreiber installiert. Für die Installation und Bedienung der Software-Komponenten gibt es im Internet viele Anleitungen.

 

ARISS-SSTV-Diplom beantragen

Auch wenn mittlerweile viele verschiedene Interessensvertretungen Awards für den Empfang von SSTV-Bildern der ISS herausgeben, ist und bleibt das ARISS-Diplom das Original bei den von der ARISS veranstalteten SSTV-Events. Das heißt, dass es dieses Diplom auch nur bei ARISS-Events gibt - also nicht bei den Events des Moscow Aviation Institute MAI (Inter-Mai-75).

Die Diplom-Bedingungen des polnischen ARISS-Teams machen keine Vorgaben über die verwendete Technik beim Empfang der Bilder. Es muß mindestens ein Bild hochgeladen werden. Es werden keine größeren Qualitätsansprüche an die Bilder gestellt. Die Bilder dürfen abgeschnitten oder verrauscht sein, solange man sie nur zu der Bilder-Serie der jeweiligen ARISS-Aktion zuordnen kann. Der Bilder-Upload und die Diplom-Beantragung erfolgen auf verschiedenen Webseiten. Beide Links werden bei ARISS-SSTV-Aktionen auf der Ankündigungsseite http://ariss-sstv.blogspot.com/ angegeben. In der Regel kann das Diplom nach dem Ende einer ARISS-SSTV-Aktion noch einen Tag lang beantragt werden. SSTV-Anfänger sollten sich von der Galerie-Seite nicht beeindrucken lassen - dort werden weitgehend nur fehlerfreie Bilder präsentiert. Die dortige Präsentation ist jedoch nicht Bedingung für die Zuteilung einer Urkunde.


Das SSTV-Diplom der AMSAT Argentina

Amsat Argentina SSTV DIPLOMA050220210159 DK0ANT tbEinem Ritterschlag für ISS-Fans kommt die Erlangung des SSTV-Diploms der Amsat Argentina gleich. Das Diplom wird von der AMSAT Argentina LU7AA in Zusammenarbeit mit dem Radio Club QRM Belgrano in Buenos Aires LU4AAO vergeben.

DK0ANT dürfte mit dem Diplom mit der Nummer 159 weltweit eine der ersten Clubstationen sein, die dieses Diplom erreicht hat.

Die Diplom-Bedingungen sind bei keinem ISS-SSTV-Award annähernd so streng wie hier. Es werden 15 Bilder aus mindestens zwei unterschiedlichen SSTV-Events mit mindestens einen Monat Abstand gefordert. Die Bilder müssen über einen eigenen Empfänger empfangen worden sein - jegliche Art von Web-SDR ist hier nicht erlaubt. Die 15 Bilder müssen unterschiedliche Bild-Motive besitzen und als Mindestqualitätsanspruch eine Rauschfreiheit von 50% haben. Bei der Forderung nach 15 unterschiedlichen Motiven ist zu berücksichtigen, dass das erste Motiv der Bilderserien bei den Inter-Mai-75 - Events - eine bunte Grafik der ISS - immer gleich ist, jedoch insgesamt nur einmal als Motiv zählt, selbst wenn das Bild an unterschiedlichen Events empfangen wurde - also unterschiedliche Zeitstempel unten auf dem Bild trägt. Selbstredend zählen also mehrfach empfangene Bilder einer Serie auch nur einmal. Die Bilder müssen am unteren Rand eine spezielle Bestempelung mit Modus, Uhrzeit, Rufzeichen und Locator aufweisen, die u.a. erreicht werden kann, wenn hierfür das von AMSAT Argentina vorgeschlagene Windows-Programm RX-SSTV verwendet wird.

Als ob dies nicht bereits anspruchsvoll genug wäre sollten die Bilder zum Zeitpunkt der Verleihung des Awards an DK0ANT spätestens innerhalb 60 Minuten nach einem ISS-Überflug auf der Award-Homepage hochgeladen sein. Da dies ist angesichts der Reaktionszeit des Upload-Servers ein ausgesprochen sportliches Unterfangen war, wurden die Bedingungen mittlerweile etwas gelockert und das legitime Zeitintervall auf 2 Stunden nach dem jeweiligen ISS-Überflug verlängert.

Die kompletten Bedingungen und ein Link zur Bilder-Upload-Seite finden sich hier: http://amsat.org.ar/certdiplomag.htm

 

Die komplette Bilder-Serie zu einem SSTV-Event empfangen

Während eines SSTV-Events werden die 12 Bilder einer Serie mit aufsteigender Nummer ausgesendet. Am Ende der Serie beginnt die Aussendung wieder bei dem Bild mit der Nummer 1.

Alle 12 Bilder aus der betreffenden Serie zu empfangen stellt eine besondere Herausforderung für den Operator dar. Leider gibt es hier Unwägbarkeiten, auf die man selbst keinen Einfluss hat. Dies hängt damit zusammen, dass je nach dem Zeitraum des Events und der darin stattfindenden ISS-Überflug-Phasen unter Umständen über einem bestimmten Standort gar nicht alle 12 Bilder gesendet werden - es gehört also auch etwas Glück dazu.

Die weiter oben beschriebene Phasenverschiebung wegen der Bahnneigung gegenüber dem Äquator führt dazu, dass die ISS während eines mehrtägigen Ereignisses in der Regel innerhalb eines Tages nur vier bis sechs Mal aufeinanderfolgend über einem Standort "sichtbar" ist und dann wieder für viele Stunden kein Empfang möglich ist. Bei dem verwendeten Modus PD120 dauert die Übertragung eines einzelnen Bildes 2 Minuten jeweils gefolgt von zwei Minuten Pause. Die Übertragung einer kompletten Bilderserie erfolgt also in 48 Minuten. Wenn man von einer Umlaufdauer der ISS um die Erde von etwa 94 Minuten ausgeht, so ergibt sich zwischen den Überflügen über einem Standort gerade einmal ein Versatz von  ~2 Minuten in Richtung kleinerer Bildnummern (2 Serien à 48 Minuten während einer 94 Minuten dauernden Erdumrundung) .

Die Erfolgschancen seien stellvertretend für den SSTV-Event Expedition 64 Series 17 im Dezember 2020 für den Standort von DK0ANT veranschaulicht. Die angegebenen Zahlenwerte stellen keine wissenschaftliche Erhebung dar, sondern sollen nur die Empfangsbedingungen im betrachteten Zeitraum in Backnang illustrieren. Für höhere Standorte in Zentraleuropa ohne Abschattung durch Geländeformen, Häuser oder Bäume müssen die betrachten Zahlen nicht unbedingt zutreffend sein. 

Die Veranstaltung begann am 24.12.2020 und dauerte bis zum 31.12.2020. Die ersten Bilder über Zentraleuropa waren wegen der Phasenlage der ISS aber erst am 25.12. zu empfangen. In den somit verbleibenden 7 Tagen wurden von DK0ANT insgesamt 95 SSTV-Bilder empfangen, von denen 43 wegen des Aussende-Beginns vor AOS (aquisition of signal) bzw. Aussende-Ende nach LOS (loss of signal) abgeschnitten - oder aus sonstigen weiter oben bereits angeführten möglichen Ursachen unvollständig empfangen wurden. Empfangsstatistik SSTV-Bilder Exp.64 Series 16 über Backnang JN48RW

 

Während das Bild Nummer 9 insgesamt acht Mal vollständig empfangen werden konnte, gelang dies im Falle der BIlder 11 und 12 nur jeweils einmal. In einschlägigen Diskussionsforen im Internet wurde daher auch schon der Wunsch geäußert, man möge doch die Reihenfolge der Bilder zufällig streuen um die Chancen alle Bilder über einem Standort sehen zu können insbesondere bei kürzeren Events zu erhöhen.

 
 

SSTV-Aktivitäten der Clubstation DK0ANT im Technikforum Backnang

 

Expedition 65 MAI-75 SSTV Event
06.08. - 07.08.2021

B'Sattrac Diplom August 2021 Die kurzen MAI-75-Events werden so eingeplant, dass in der jeweiligen Zeitspanne in der Region um Moskau gute Empfangsmöglichkeiten für die Bilder der ISS herrschen. Dies schließt natürlich den Empfang der Bilder auf dem Rest der Erde nicht aus. In Zentraleuropa ist jedoch an jeden der Tage mit vier bis fünf brauchbaren Überflügen zu rechnen.

Die Bilderserie zu diesem MAI-75 - Event enthält Motive aus dem Pressebereich des Moscow Aviation Institute. Mit den Bildern werden technische Errungenschaften des MAI, besondere Absolventen oder spezielle Anlässe wie z.B. der Besuch der Ministerpräsidenten Mikhail Mishustin bei den Studenten des MAI am Cosmonautics Day gewürdigt.

Der Cosmonautics Day wird jährlich am 12. April in Erinnerung an den ersten bemannten Raumflug des damals 27-jährigen sowjetrussischen  Kosmonauten Yuri Gagarin am 12. April 1961 gefeiert. Gagarin umkreiste die Erde 1 Stunde und 48 Minuten lang an Bord der Raumsonde Vostok 1.

Die Aussendung der Bilder erfolgte am 06. und 07. August, die Motive enthalten jedoch als Zeitangabe einen Aufdruck "July 2021".

 

ISS Fan Club Poland Diplom August 2021Die Begeisterung für den Empfang von SSTV-Bildern aus dem Weltraum scheint sich auf der ganzen Welt weiter zu verbreiten. Immer mehr Interessenverbände belohnen die Einreichung selbst-empfangener Bilder mit einer Urkunde.

Erstmals wurde für DK0ANT ein Diplom von der B'SATTRAC Bitung Satellite Tracking Communityin in Bitung, North Sulawesi Indonesia ausgestellt.

Außerdem feierte der Award des ISS Fan Club Poland bei diesem SSTV-Event Premiere.

 

ASTRAC Air Haji Satellite Tracking Community Diplom August 2021Noch ein wunderschönes neues Diplom für DK0ANT kam von der ASTRAC Air Haji Satellite Tracking Community. Es war lediglich ein SSTV-Bild aus der Mai-75-Serie ohne eine genauere Spezifikation der Qualitäts-Anforderungen hochzuladen.

 

InSpacE Diplom August 2021Indonesian Space Explorer - InSpacE Diplom für DK0ANT, Bedingung für die Erlangung war ein originales unverändertes Bild aus dem Event das mindestens zu 50% vollständig dekodiert sein sollte.

 

InSpacE Diplom August 2021Czech SSTV Award, Klubová stanice OK1 KKY, Bedingung für die Erlangung war ein originales unverändertes Bild aus dem Event das mindestens zu 50% rauschfrei sein sollte.

 

 

Expedition 65 ARISS SSTV Event "Amateur radio on Shuttle, Mir and ISS" -
21.06. - 26.06.2021

ARISS Bilderserie 21.-26. Juni 2021Bei diesem ARISS-Event war die SSTV-Bilderserie den Astronauten und -Kosmonauten und ihren Amateurfunk-Aktivitäten an Bord des Space Shuttle, der Raumstation Mir und der Internationalen Raumstation ISS gewidmet.

Unter den vielen Astronauten mit Amateurfunk-Lizenz die an den Flügen mit Shuttle, MIR und ISS beteiligt waren, werden auf der diesmaligen ARISS SSTV Urkunde speziell drei Astronauten gewürdigt.

ARISS Diplom 21-06-2021Links: Musa Manarov U2MIR - ein russischer Kosmonaut, der Amateurfunkgeräte an Bord der Raumstation Mir betrieben hat. Im Oktober 1988 machte er den ersten Amateurfunkverkehr. Daraus entstanden die Programme MAREX (Mir Amateur Radio Experiment) und MIREX (Mir International Amateur Radio EXPeriment).

Mitte: Sergey Krikalyov U5MIR - ebenfalls Russischer Kosmonaut, Mitglied der Expedion 1 auf der Internationalen Raumstation. Im November 2000 wurde erstmals Amateurfunkbetrieb an Bord der ISS durchgeführt. Dieses Ereignis war der Beginn der ARISS-Schulkontakte (s.o.). Viele Kosmonauten und Astronauten führten auch außerplanmäßigen Funkverkehr durch, was den Funkamateuren auf der ganzen Welt viel Freude bereitete.

Rechts: Der Amerikaner Owen Garriott W5LFL, der als erster Astronaut und Funkamateur auf der Raumfähre Columbia (STS-9-Mission 1983) Amateurfunkgeräte mitnahm und Funkkommunikation mit Funkamateuren auf der Erde durchführte. Dabei entstand das SAREX-Programm (Shuttle Amateur Radio Experiment, später Space Amateur Radio Experiment genannt).

 

 

Expedition 65 MAI-75 SSTV Event "Energija Buran space project " -
09.06. - 10.06.2021

Raumfähre Buran

Буран - Buran (russisch für „Schneesturm“) ist der Name einer russischen Raumfähre deren Entwicklung 1976 während des kalten Krieges als Antwort auf das amerikanische Space Shuttle begann. Die Sowjets befürchteten damals eine militärische Überlegenheit der USA im Orbit. Sie konnten sich nicht vorstellen, welche zivile Nutzlast so groß sein könnte, dass man dafür einen Raumtransporter mit solch großer Kapazität gegenüber früheren Transportsystemen bauen sollte.

Obwohl sich beide Raumfähren äußerlich wie Zwillinge ähneln, weisen sie dennoch eine Reihe grundsätzlicher konzeptioneller Unterschiede auf. Da die russische Entwicklung einige Jahre später begann, konnten einige bis dahin erkannte Designschwächen des Space Shuttle vermieden werden. Die Buran hätte aufgrund eines komplett anderen Antriebskonzepts höhrere Nutzlasten und mehr Passagiere transportieren können als das US-Pendant und war dazu noch in der Lage, völlig unbemannt zu fliegen und nach seiner Mission vollautomatisch zu landen. "Hätte" deshalb, weil es in der etwa 18-jährigen Entwicklungsgeschichte nur zu einen einzigen unbemannten Raumflug kam, der am 15. November 1988 erfolgreich und eindrucksvoll durchgeführt wurde. Die vom Weltraumbahnhof Bajkonur in der kasachischen Steppe gestartete Raumfähre “Buran 1.01” - beim Start angetrieben von der Trägerrakete Energja ("Энергия" steht im russischen für "Energie") - landete nach zwei Erdumrundungen als erstes unbemanntes orbitales Raumschiff in der Geschichte der Raumfahrt wieder sicher auf der Erde. Die Fähigkeit automatisch zu landen besaß der Space-Shuttle erst bei der Mission STS-121 - also 18 Jahre nach dem Buran-Flug.

inSpacE-AwardNach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das teuerste EInzelprojekt in der sowjetischen Raumfahrt-Geschichte aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Zeitweilig hatten gleichzeitig bis zu 30.000 Menschen an dem Buran-Projekt gearbeitet. Insbesondere Erkenntnisse aus der Entwicklung der Trägerrakete Energija flossen jedoch später und bis heute in die Entwicklung von Raketen wie z.B. Zenith,  Sojus und Atlas ein.

Die erfolgreiche Raumfähre “Buran 1.01” wurde 2002 beim Einsturz eines Hangars im Weltraumbahnhof Baikonur Kosmodrom vollständig zerstört. EIn vorausgegangenes Flugmodell, der BURAN Prototyp OK-GLI kann heute im Technik-Museum Speyer besichtigt werden. Der dort ausgestellte Prototyp war bei 25 Atmosphärenflügen (also nicht im Weltraum sondern nur in der Erdatmosphäre) zur Erprobung des Gleitflug- und Landesystems eingesetzt worden.

Die Bilderserie des MAI-SSTV-Events vom Juni 2021 würdigte die Entwicklungsgeschichte der Buran und einige der verdienten Testpiloten, die aufgrund ihrer dortigen Ausbildung eine besondere Beziehung zum MAI (Moscow Aviation Institute) hatten. Das MAI selbst leistete während des Buran-Projekts bei der Entwicklung der Materialien und Strukturen des unerlässlichen Hitzeschildes für den Atmosphären-Wiedereintritt der Raumfähre ebenfalls einen wichtigen Beitrag.

 

 

Svetlana SavitskayaExpedition 64 MAI-75 SSTV Event "Swetlana Sawizkaja" -
28.01. - 29.01.2021

Die Bilderserie des MAI-75 Events würdigte mit ausgewählten Motiven die russische Astronautin Swetlana Jewgenjewna Sawizkaja die nach Valentina Tereschkowa die zweite Frau im All war. Savitskaya hatte 1972 ihr Studium am Moscow Aviation Institue (MAI) abgeschlossen und nahm an den beiden Raumflügen Salyut-7 - Sojuz T-7 (1982) und Sojuz T-12 (1984) teil. Sie war dabei im Jahre 1984 die erste Frau die einen Weltraumausstieg aus einem Raumschiff unternahm.

 

Die Abbildung zeigt einen Award für DK0ANT herausgegeben von "InSpacE Xplorer" (Indonesian Space Explorer). Das Bildmotiv auf der Urkunde zeigt die ISS und die komplette Bilderserie des vorausgegangenen SSTV-Events "ARISS 20 years of operations on ISS" vom Dezember 2020.

InSpacE Xplorer ist eine indonesische Vereinigung, die sich mit dem Weltraum und wissenschaftlichen Themen befasst, Satelliten, Weltraumobjekte und das Wetter beobachtet und Studenten, Jugendliche und Pfadfinder ermutigen will, sich mit dem Thema Amateurfunk auseinanderzusetzen.

Bedingung für die Erlangung des Awards war der Empfang eines direkt empfangenen und nicht nachbearbeiteten Bildes vom SSTV-Event "Expedition 64 - MAI-75 January 2021". Das BIld sollte zu mindestens 50% dekodiert sein - es wäre also auch ein unvollständiges oder teilweise mit Störungen behaftetes Bild erlaubt gewesen.

Webseite zum Award

 

 

ARISS-Event - ARISS 20 years of operations on ISS (SSTV event) - 24.12. - 31.12.2020

ARISS Diplom 12-2020Die ARISS feiert in diesem Jahr 20 Jahre Amateurfunk-Aktivitäten auf der ISS. Die ARISS wurde 1996 als Nachfolger des ab 1983 auf den amerikanischen Space-Shuttles begonnen SAREX-Projekts (Shuttle Amateur Radio Experiment) gegründet. Die Aktivitäten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) begannen dann im Jahr 2000, gefördert durch die Weltraumagenturen NASA, Roscosmos, ESA, JAXA und CSA, sowie der Organisationen AMSAT und des internationalen Amateurfunk-Verbandes IARU (International Amateur Radio Union).

Die ersten - noch erfolglosen - Kontakt-Versuche der ISS-Amateurfunk-Station mit Bodenstationen aus Russland und den USA fanden ab 13. November 2000 statt. In den folgenden Tagen gab es weitere Kommunikationstests, wobei der erste wirkliche erfolgreiche Kontakt schließlich am 21. Dezember 2000 mit der Luther Burbank School, Burbank, Illinois USA gelang, was zwei Tage zuvor noch gescheitert war.14 Schülerinnen und Schüler konnten in der verfügbaren Zeit von 11 Minuten dem ISS-Kommandanten Bill Shepherd Fragen zum Arbeiten und Leben auf der ISS stellen.

Seither wurden mehr als 1300 ARISS-Schulkontakte verteilt über die ganze Welt unter den Amateurfunkrufzeichen RS0ISS, NA1SS, OR4ISS, IR0ISS, DP0ISS, FX0ISS, GB1SS, FX0STD, HL0ARISS, IZ0JPA, AB55IK, 9W2MUS, PY0AEB durchgeführt.
Seit nunmehr 20 Jahren unterstützen viele ARISS-Freiwillige die Amateurfunk-Experimente auf der ISS, wie Sprechfunk-Repeater, digitale APRS-Repeater, Amateur-Radiosatelliten, SSTV-Bilder, ARISS-Wettbewerbe sowie direkte Audio- und digitale Videokontakte mit der ISS-Crew. Die Schüler und Studenten können dabei aufregende Erfahrungen machen  - ein persönliches Gespräch über Amateurfunk mit den Besatzungsmitgliedern an Bord der Internationalen Raumstation fördert das Interesse junger Menschen an MINT-Themen und motiviert sie zum Lernen.

 

"Expedition 64 - ARISS Series 17 Twenty Years"SSTV-Bilderserie vom Dezember 2020: "Expedition 64 - ARISS Series 17 Twenty Years"Die SSTV-Bilderserie zum 20-jährigen Jubiläum enthält Motive aus verschiedenen ARISS-Schulkontakten.

 

Robot36Award herausgegeben von der PJSC "Rocket and Space Corporation" Energia und der russischen Website "Radio amateur satellites" - R4UAB . Bedingung für die Erlangung des Awards war der Empfang von mindestens drei direkt empfangenen Bildern des SSTV-Events "Expedition 64 - ARISS Series 17 - Twenty Years" die mindestens zu 90% vollständig und von akzeptabler Qualität sein sollten, also mit möglichst wenigen Störungen oder wenig Rauschen.

Webseite zum Award

 
 

Robot36Award herausgegeben von "InSpacE Xplorer" (Indonesian Space Explorer).

Bedingung für die Erlangung des Awards war der Empfang von mindestens zwei direkt empfangenen und nicht nachbearbeiteten Bildern des SSTV-Events "Expedition 64 - ARISS Series 17 - Twenty Years" die von unterschiedlichen Tagen zwischen 24.12. und 31.12.2020 stammen sollten. Die BIlder sollten weiterhin zu mindestens 50% dekodiert sein - es wären also auch unvollständige oder teilweise mit Störungen behaftete Bilder erlaubt gewesen.

Webseite zum Award

 

 

 

 

ARISS-Event - "Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites", 3.-4. und 6.-8. Oktober 2020

Robot36Award Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites für die Clubstation DK0ANT im Technikforum BacknangARISS SSTVBild Nr. 1 der Serie Award Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites Die ARISS-Bilder-Serie widmet sich der Entwicklung der Satelliten.  Der ARISS-Award für die Clubstation DK0ANT zeigt ein Bild von "Sputnik 1", dem ersten Satelliten im Orbit, sowie ein Bild von Sergej Pawlowitsch Koroljow, Chefingenier und -Konstrukteur russischer Satelliten und Raumfahrzeuge.

Koroljow war in den 50er Jahren maßgeblich an der Entwicklung der Interkontinentalrakete R7 für die Beförderung von Atomsprengköpfen beteiligt und damit auf der russischen Seite sozusagen der Gegenpart zu dem Deutsch-Amerikaner Wernher von Braun in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die mit dem "Sputnik 1" bestückte Rakete R7 "Semjorka" war am 4. Oktober 1957 von Baikonur/Kasachstan aus gestartet. Der 2. Satellit Sputnik 2 folgte am 3. November 1957  - mit an Bord von Sputnik 2 war die Hündin "Laika".

Nach einem Misserfolg der US-Navy mit einer Vanguard-Rakete flog der erste US-Satellit Explorer 1 - das amerikanische Pendant zum Sputnik 1 - am 31.1.1958 mit der von Wernher von Braun entwickelten Redstone - Rakete ins All und machte damit Wernher von Braun zum US-Nationalhelden - den "Missileman". Der Name Koroljow hingegen wurde in der damaligen UdSSR geheimgehalten, den Ruhm erhielten eher unbeteiligte Offizielle.
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"Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites"SSTV-Bilderserie vom Oktober 2020: "Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites"Die SSTV-Bilderserie "Expedition 63 - ARISS Series 16 Satellites" vom Oktober 2020.

 

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